Bei uns war es so weit, die Eingewöhnung in der Krippe stand kurz bevor - Unser Erfahrungsbericht
(SYMBOLBILD) Bei uns war es so weit, die Eingewöhnung in der Krippe stand kurz bevor - Hier ist unser Erfahrungsbericht (Urheber des Bildes: Paha_L / depositphotos.com)

Wie die Zeit vergeht, jetzt ist der kleine Mann fast 1,5 Jahre alt und die Elternzeit von Lene endet in drei Monaten. Bevor der Nachwuchs auf die Welt kam, waren wir uns ziemlich sicher, dass er auf jeden Fall in die Kita gehen wird, sobald er ein Jahr alt ist. Nachdem er dann auf der Welt war, war genau so schnell auch klar, dass uns das zu früh ist. Wenigstens richtig laufen sollte er können (was er dann mit 10 Minuten schon tat), bevor er in die Krippe kommt.

Da ich weiß, dass das Thema ab und an emotional diskutiert wird: Die nachfolgenden Zeilen sind unsere persönliche Meinung und sollen bitte nicht als Belehrung aufgefasst werden. Wir sind der Meinung, dass alle Eltern selber entscheiden müssen, wann man das eigene Kind in die Kita bringt. Manche machen dies bereits mit einem Jahr, andere mit drei Jahren.

Wir glauben, der richtige Zeitpunkt für die Krippe ist da

Für uns ist jetzt der ideale Zeitpunkt, weil wir merken, dass es ihm gut tun wird. Man merkt, dass viel Elan in ihm steckt, er will sich bewegen, toben und braucht Aktion. Und jetzt im Dezember merkt man eben auch, dass es auf dem Spielplatz leerer wird und man mehr Zeit drinnen verbringt. Das führt dazu, dass er so wirkt, als wäre er nicht richtig ausgelastet.

Außerdem merkt man, dass jetzt die Zeit beginnt, wo er bockig wird, wenn er seinen Willen nicht bekommt. Als Baby darf und bekommt man ja alles, nun beginnt die Zeit der Regeln und Grenzen. Die setzen wir auch, glauben gleichzeitig aber auch, dass man gewisse Dinge zuhause nicht lernen kann. Dazu gehören Dinge wie das Teilen von Spielzeug mit anderen, das Sozialverhalten in einer Gruppe, das Austragen von Konflikten und so weiter. Eben alles, was zum Leben dazugehört.

Und deshalb ist es nun mit 17 Monaten so weit. Dass es sich mit der aktuellen Phase trifft, ist Zufall, die Anmeldung zur Kita haben wir ja schon vor einigen Monaten gemacht. Aber es passt gut, Anfang Januar hat er nun seinen ersten Tag im Kindergarten.

Eingewöhnung Kita – Wir glauben, es wird schwierig

Wir hatten sehr früh entschieden, dass ich die Eingewöhnung in der Krippe machen werde. Hierfür habe ich drei Wochen Urlaub genommen und hoffe, dass das reicht 😉 Zur Not könnte Lene aber einspringen und die Eingewöhnung fortführen, sie beginnt ja wie gesagt erst in drei Monaten wieder in ihrem Job zu arbeiten.

Und wir sind wirklich sehr gespannt, wie es läuft. Bisher kennt er es nicht, ohne uns zu sein, einer ist eigentlich immer da. Er war zwar immer wieder mal 30 bis 60 Minuten mit Oma alleine im Wohnzimmer, während Mama was anderes machen konnte und ich arbeiten war. Aber das war bei uns Zuhause, in seiner gewohnten Umgebung. Woanders „alleine“ zu sein, wird neu für ihn.

Dazu kommt, dass er noch nie woanders geschlafen hat. Im Auto natürlich schon, aber sich woanders als Zuhause bewusst in ein Bett zu legen und einzuschlafen, kennt er bisher nicht. Im Vorgespräch wurde uns gesagt, dass die meisten Eltern glauben, dass das nicht funktionieren wird, die Kinder aber so müde sein werden, dass der Mittagsschlaf eigentlich kein Problem ist. Der Kindergarten wird vieles auf den Kopf stellen und Gewohnheiten aufbrechen. Wir sind gespannt.

Wir sind ausgestattet, die Eingewöhnung in der Kita kann losgehen

Die Eingewöhnung beginnt

Wir starten auf einem Dienstag und nicht am Montag. Das liegt daran, dass wir Anfang Januar haben, über Weihnachten und Neujahr geschlossen war und Montag der erste Tag ist, an dem die Kita wieder auf hat. Wir hätten kommen können, allerdings ist es am ersten Tag nach zwei Wochen Urlaub immer etwas streßig, weil die Kinder erst mal wieder ankommen müssen. Deshalb haben wir beschlossen, dass der erste Tag der Dienstag sein soll.

So und nun ist es so weit, nachfolgend meine tägliche Dokumentation der Eingewöhnung.

Die erste Woche der Eingewöhnung in der Kita

Tag 1, Dienstag

Um 09:00 Uhr ist immer der Morgenkreis, bis dahin sind alle Kinder da und der Tag startet so richtig. Da ich ungern auf den letzten Drücker komme, sind wir um 08:45 Uhr schon da und ich bekomme kurz die Garderobe mit seinem Platz und Haken gezeigt. Um 08:50 Uhr sind wir dann im Raum und einige Kinder (zwischen einem und fast drei Jahren alt) spielen bereits, während andere bei den Erzieherinnen sitzen und in einem Buch blättern.

Unser Sohn ist zunächst sehr zurückhaltend, sitzt auf meinem Schoß und schaut sich alles an. Die Lautstärke durch 18 Kinder ist selbst für mich ziemlich ungewohnt, wie ich später auf dem Weg nach Hause merke, als im Auto Ruhe herrscht. Um 09:00 Uhr startet der Tag dann richtig, indem alle Kinder in einem Kreis sitzen und sich begrüßen. Das passiert durch Klatschen, Stampfen und Singen. Unser Wurm ist irritiert 😉 Er sitzt aber ruhig auf meinem Schoß und schaut sich das alles an.

Um 09:15 Uhr gibt es dann Frühstück. Und aktuell kann der kleine Mann ohnehin Vormittags durchgehend essen. Gegen 07:30 Uhr hatte er Zuhause schon Müsli, in der Kita isst er drei Scheiben Brot mit Schmierkäse und Wurst, während ich neben ihm sitze, um ihm Sicherheit zu geben. Einzig die Schnabeltasse und den Plastikbecher mag er nicht, es muss das Wasser aus der eigenen Flasche sein. Zum Glück hatte ich die für die Autofahrt dabei. Dass er aus der eigenen Flasche trinkt ist auch kein Problem.

Nach dem Frühstück taut er dann etwas auf und beginnt gegen 09:40 Uhr, sich frei im Raum zu bewegen und ersten Kontakt aufzubauen. Noch nicht zu intensiv, alles scheint noch sehr befremdlich zu sein. Dazu kommt die Müdigkeit und erstes Quengeln beginnt, weshalb wir uns gegen 10:15 Uhr auf den Weg nach Hause machen. Für den ersten Tag hat er sich sehr gut geschlagen.

Die Erzieherin, die seine Bezugsperson sein wird, hat es auch toll gemacht. Unser kleiner Mann ist eigentlich immer dann abweisend, wenn man ihm zu Beginn nicht die nötige Ruhe gibt. Das merken wir auch im Privatleben regelmäßig: Kommt jemand rein und stürmt direkt auf ihn zu, hat er eigentlich schon verloren. Gibt man ihm Ruhe und die Gelegenheit, sich an die neue Person im Raum zu gewöhnen, hat er schon nach wenigen Minuten Interesse an dieser Person. Bei der Erzieherin war das ähnlich, wobei natürlich die anderen 18 Kinder ebenfalls alle interessant waren. Deshalb wurde die Erzieherin oft ignoriert, sie versucht aber immer wieder Kontakt aufzunehmen, ohne ihn zu bedrängen.

Tag 2, Mittwoch

Wir sind wieder um 08:45 Uhr in der Kita, heute taut er schon nach 5 Minuten auf und beginnt deutlich früher, sich im Raum zu bewegen und zu den Spielsachen zu gehen. Beim Morgenkreis sitzt er gute 10 Minuten ruhig auf meinem Schoß, bekommt dann aber Hummeln im Hintern und möchte sich gerne bewegen. Es ist OK sagt die Erzieherin, das ruhige Sitzen wird er mit der Zeit lernen.

Um 09:15 Uhr gibt es wieder Frühstück, auch heute wird das Brot mit Wurst gefuttert. Ab 09:30 Uhr bewegt er sich frei im Raum, spielt und lacht. Das ist viel mehr, als ich an Tag 2 gedacht hätte, es läuft gut. Gegen 10:15 Uhr wird er wieder Müde und wir gehen nach Hause.

Nachmittags merkt man, dass der Trubel aber schon anstrengend ist, denn er ist ziemlich quengelig und nörgelt einige Stunden rum. Das spiegelt sich dann auch in der nächsten Nacht wieder, die sehr unruhig wird.

Tag 3, Donnerstag

Aufgewacht ist er gegen 05:00 Uhr, nachdem er sich in der Nacht häufig gedreht hat. Ein erholsamer Schlaf war das weder für ihn, noch für uns.

Gegen 08:50 Uhr kommen wir dann in der Kita an, wo er zunächst sehr ruhig ist. Heute kommt die Überforderung allerdings sehr schnelll, was auch ein einem kleinen Mädchen liegt, welches ein bisschen „forscher“ ist. Und das ist gar nicht böse gemeint, sie war total niedlich und wollte gerne mit ihm spielen. Nur für ihn war das in dem Moment zu viel.

Um 09:00 Uhr ist der Morgenkreis, um 09:10 Uhr beginnt das Weinen, heute scheint alles zu viel zu sein. Zum Frühstück gibt es Müsli mit Joghurt, was er nicht mag. Deshalb steht er schnell wieder auf und geht zum Spielen. Die Erzieherin ist dabei, was gut klappt, beide spielen mit Duplosteinen.

Um 09:30 Uhr kommen ein paar Kinder dazu und er fängt schnell das Weinen an. Heute macht es keinen Sinn, wir brechen ab und gehen um 09:40 Uhr wieder nach Hause. Am Nachmittag merkt man dann die Kombination aus wenig Schlaf und neuen Eindrücken, er ist eigentlich nur am schimpfen und sehr anstrengend.

Tag 4, Freitag

Heute hat er deutlich besser geschlafen und Morgens zu Hause sehr gute Laune. Er tobt und spielt schon viel. Gegen 08:40 Uhr sind wir in der Kita, wo er schon nach 5 Minuten auf meinem Schoß aufstehen und spielen möchte.

Beim Morgenkreis tut er sich noch immer schwer, ruhig zu sitzen, wir lassen ihn nach ein paar Minuten rumlaufen. Die anderen Kinder sind auch süß und die älteren Kinder sagen, dass er rumlaufen darf, weil er ja noch neu ist. Man kennt es offensichtlich 🙂

Zum Frühstück gibt es heute wieder Brot und der kleine Mann isst fleißig. Wir versuchen mal wieder einen Plastikbecher, den er aber noch immer nicht möchte. Bei einer Bewegung kippt er den Becher versehentlich um, was in einem nassen Body, nasser Hose und großem Geweine endet. Nach dem Umziehen geht es wieder, nur essen mag er jetzt nicht mehr. Das Spielen klappt aber gut, auch zur Erzieherin hat er schon Vertrauen aufgebaut, weshalb wir heute die erste Trennung versuchen.

Ich sage ihm um 10:00 Uhr, dass ich kurz etwas aus dem Auto hole und verlassen den Raum. Nach 10 Minuten komme ich wieder und sehe, wie er auf dem Arm der Erzieherin ist. Es hat gut geklappt. Er hat zwar kurz gemeckert, sich dann aber gut ablenken lassen und nicht viel geweint. Ein toller Erfolg für die erste Woche, vor allem, wenn man an gestern denkt. Wir machen Schluss für heute, um schon früh zu zeigen, dass wir nach Hause gehen, wenn Papa wieder in den Raum kommt.

Das Wochenende ist gut und besteht fast nur aus guter Laune. Er genießt es offensichtlich, ein bisschen Ruhe zu haben.

In der Kita gibt es nicht nur Unmengen an Spielzeug, vor allem der Kontakt mit vielen anderen Kindern tut unserem Nachwuchs sehr gut

Die zweite Woche der Eingewöhnung in der Krippe

Tag 5, Montag

Das gute Wochenende zeigt seinen Effekt, die Nacht war super und der kleine Mann hat durchgeschlafen. In die Krippe gehen wir heute später, um 08:40 Uhr haben wir kurz einen Kontrolltermin beim HNO, weil der Kinderarzt vor ein paar Monaten Flüssigkeit im Ohr gesehen hatte. Das wurde mit einem Nasenspray behandelt und hat super geholfen.

Wir fahren jetzt in die Kita und sind gegen 09:45 Uhr da und er beginnt nach wenigen Minuten schon zu spielen. Spannend zu beobachten ist, wie er bereits Routinen erkennt, denn nach wenigen Minuten geht er zum Frühstückstisch und will auf den Stuhl. Er versteht also, dass es kurz nach der Ankunft in der Kita Frühstück gibt. Er bekommt ein Knäckebrot und läuft damit durch den Raum.

Wir versuchen die nächste Trennung und ich verlasse erneut für 10 Minuten den Raum. Er „quakt“ wieder kurz, lässt sich dann aber super ablenken und spielt mit den anderen Kindern. Um 10:45 Uhr gehen wir nach Hause und sowohl der Mittagsschlaf, als auch die nächste Nacht sind super.

Tag 6, Dienstag

Da scheint jemand angekommen zu sein. Wir sind um 08:45 Uhr in der Krippe und den Weg von der Garderobe zum Raum läuft er selbständig und scheint sich zu freuen. Im Raum angekommen setzt er sich dann doch noch mal für zwei Minuten verlegen auf meinen Schoß, beginnt dann aber wieder das Rumlaufen und Kontakt aufnehmen zu den anderen Kindern.

Im Morgenkreis sitzt er immerhin 10 Minuten ruhig, bevor er wieder aufsteht und sich im Raum bewegt. Wir versuchen, ob er ohne mich frühstücken kann und tatsächlich geht er mit der Erzieherin an der Hand und setzt sich. Ich saß in der anderen Ecke vom Raum, was er nach 5 Minuten „leider“ auch gesehen hat und lachend angelaufen kam. Obwohl ich mit an den Frühstückstisch komme, ist es ab jetzt vorbei mit dem ruhigen Sitzen. Er holt sich immer mal ein Brot, läuft dann damit aber durch den ganzen Raum. Aber auch das ist OK, wie gesagt, das ruhige Sitzen kommt mit der Zeit.

Wir versuchen heute eine längere Trennung und ich gehe von 09:30 Uhr bis 10:15 Uhr raus. Und das klappt heute wirklich toll. Kein Meckern, kein Weinen, sondern ganz viel Lachen und Spielen, als ich wieder reinkomme. Er kommt glucksend in meine Arme gerannt und man merkt natürlich, dass er sich total freut, dass ich da bin. Aber das Spielen hat ihn so abgelenkt, dass es überhaupt keine Probleme gibt. Auch das Verhältnis zu der Erzieherin wird immer besser, er sucht schon aktiv den Kontakt.

Heute fühlt sich der Vormittag richtig „erfolgreich“ an, vielleicht ist seine Eingewöhnung ja deutlich einfacher, als vermutet.

Tag 7, Mittwoch

Heute versuchen wir den nächsten Schritt und ich komme nicht mehr mit in den Aufenthaltsraum. Wir sind um 08:50 Uhr da, ziehen uns an der Garderobe um und gehen gemeinsam zum Raum. An der Tür „übergebe“ ich ihn in die Arme der Erzieherin und verabschiede mich vom kleinen Mann. In diesem Moment sieht man, wie er merkt, dass ich wieder gehen möchte und er fängt an zu weinen. Ich sage ihm, dass ich bald wieder komme und gehe. Es ist schon irgendwie komisch, sein weinendes Kind zurückzulassen, weshalb ich hinter der Tür bleibe und höre, ob er lange weint. Doch nach 10 bis 20 Sekunden hört er auf, die Erzieherin hat ihn wieder erfolgreich ablenken können.

Mit den Erzieherinnen habe ich abgemacht, noch 10 Minuten bei der Garderobe zu warten, falls etwas sein sollte. Aber es ist nichts und ich gehe beruhigt einen Kaffee trinken. Um 10:30 Uhr komme ich wieder und der kleine Mann ist bester Laune, wodurch ich es auch sofort bin 🙂

Tag 8, Donnerstag

Das Absetzen läuft wie gestern: Wir sind um 08:45 Uhr da und beim Gehen wird geweint, die Erzieherin schafft es aber, ihn wieder sehr schnell abzulenken. Schon nach wenigen Sekunden höre ich ihn nicht mehr und gehe beruhigt nach Hause.

Um 10:30 Uhr komme ich wieder in die Kita, um ihn abzuholen und es läuft insgesamt wirklich sehr gut. Ab 10:15 Uhr wurde er quengelig und hat sich von einem anderen Kind, welches geweint hat, anstecken lassen und ebenfalls viel geweint. Ich komme also zur richtigen Zeit, denn müde ist er auch, so dass wir losfahren und er seinen Mittagsschlaf machen kann.

Tag 9, Freitag

Ich liefere ihn wieder um 08:50 Uhr ab und komme heute erst um 11:00 Uhr wieder, denn heute geht es in den Park. Und als ich um 11:00 Uhr komme, kommen auch gerade die Erzieherinnen mit drei Bollerwagen zurück. Der kleine Mann hat sich super geschlagen, ist viel rumgelaufen und hat die Zeit draußen richtig genossen. Wir fahren nach Hause, er spielt noch 10 Minuten und schläft dann ein. Man merkt, dass er sehr aktiv war, denn der Mittagsschlaf geht heute 2,5 Stunden 😉

Nächste Woche wollen wir versuchen, dass er Mittags in der Kita schläft. Da bin ich wirklich gespannt, denn das kann ich mir noch gar nicht vorstellen. Wenn das in der dritten Woche klappen würde, wäre es super, denn dann hätten wir die – aus meiner Sicht – wichtigsten Punkte erreicht. Dann kann Lene aber der vierten Woche entspannt übernehmen, wenn ich wieder arbeiten bin.

Unser Erfahrungsbericht - Die Eingewöhnung im Kindergarten lief bei uns deutlich einfacher, als wir es uns vorgestellt haben

Die dritte Woche der Kita Eingewöhnung

Tag 10, Montag

Es gab für mich vor der Eingewöhnung zwei Dinge, bei denen ich mir gewünscht habe, dass sie nicht passieren: Mein Kind wird krank (denn wenn es langer zuhause bleiben muss, kann man vermutlich fast von vorne beginnen) oder die Erzieherin wird krank.

Und heute komme ich um 08:45 Uhr in der Kita an, schaue mich um, sehe sie nicht und ahne schon etwas. Und tatsächlich, „seine“ Erzieherin ist heute nicht da. Natürlich bleibt er dennoch da, aber wir vereinbaren, dass ich früher komme, um ihn abzuholen. Um 10:15 Uhr bin ich wieder da und vermutlich wussten die anderen Erzieherinnen aus Ihrer Erfahrung heraus schon, warum ich früher kommen sollte.

Der kleine Mann ist gar nicht gut drauf, man merkt, dass seine Bezugsperson nicht da ist und er ist sehr unruhig. Als er mich sieht, fängt er ganz doll an zu weinen. Und die Erzieherinnen berichten mir, dass er zwar zwischendurch immer wieder mal gespielt hat, aber nicht zur Ruhe gekommen ist. Deshalb ist es gut, dass wir heute den Tag wieder früh beenden.

Tag 11, Dienstag

08:50 Uhr, Blick in den Raum und puuuh, sie ist wieder da. Und deshalb nutzen wir die Gelegenheit und wollen das Zeitfenster ein bisschen ausbreiten. Um 11:15 Uhr gibt es Mittagessen und wir wollen schauen, ob er das annimmt, weshalb ich erst um 11:30 Uhr komme.

Essen mochte er zwar nicht, aber das verwundert uns auch nicht. Denn Mittagessen (bzw. „richtiges“ Essen) ist im Moment gerade nicht so seins. Aber er hat gute Laune, den Vormittag genossen und viel gespielt. Verrückt, wie schnell sich so ein kleines Wesen an seine Bezugsperson gewöhnt. Morgen ist dann der große Tag und wir versuchen, dass er in der Kita schläft.

Am Nachmittag scheint aber dann aber das zweite Thema einzutreten: Er wacht aus seinem Mittagsschlaf mit knallroten Backen auf und hat nicht besonders gute Laune. Die Backenzähne streßen ihn seit einigen Tagen immer wieder, was heute zu ganz viel Quengeln, Weinen und Kuscheln mit Mama und Papa führt. Dazu fühlt er sich den ganzen Nachmittag total warm an. Am Abend hat er dann 39 Grad Fieber und wir geben ihm für die Nacht ein Zäpfchen. Im Verlaufe des Abends wird er zwei Mal weinend wach und uns ist klar, dass er Morgen nicht in die Kita geht.

Tag 12, Mittwoch

Es ist 06:30 Uhr und wir werden von einem fröhlichen Gegluckse und Gebrabbel geweckt. Unser kleiner Mann ist bestens gelaunt, turnt rum und lacht ganz viel. Beim Wickeln messen wir auch Fieber und siehe da: 35,7 Grad.

Um 07:45 Uhr ist er immer noch bester Laune, hat schon eine große Portion Müsli gegessen und wir beschließen, ihn dann doch in die Kita zu bringen, es geht ihm ja bestens. Um kurz vor Neun angekommen, erfahre ich, dass Kinder eigentlich 24 Stunden Fieberfrei sein müssen, bevor sie wieder in die Krippe kommen. Da es ihm aber gut geht und wir schon mal da sind, bleibt er auch und wir halten an der Idee fest, heute zu versuchen, dass er dort schläft.

Wir vereinbaren, dass ich um 11 Uhr kurz angerufen werden, um zu checken, ob es ihm immer noch so gut geht oder ob ich ihn vor dem Schlafen abhole. Aber es geht im super, er spielt und hat Spaß.

Um 12:00 Uhr legen die Kinder sich dann zum schlafen hin. Unser Wurm braucht etwas, schimpft ein paar Minuten, schläft dann aber um 12:30 Uhr ein und schläft tatsächlich zwei (!) Stunden. Und nach dem Wachwerden lag er sogar noch ein paar Minuten und schaute sich in Ruhe die Gegenstände an der Decke ab.

Ich bekomme den Anruf, dass er wach ist und mache mich auf den Weg, um ihn abzuholen. Bei meinem Eintreffen spielt er schon wieder, freut sich aber sichtlich, mich zu sehen. Zuhause angekommen spielen wir noch ganz viel und haben ein sehr gut gelauntes Baby.

Tag 13, Donnerstag

Heute sind wir gegen 08:45 Uhr in der Kita. Am Ablauf ändern wir heute nichts und wir versuchen wieder, dass er dort schläft. Und auch heute klappt es gut, auch wenn er dieses Mal „nur“ eine Stunde schläft.

Tag 14, Freitag

Heute ist mein letzter Urlaubstag und meine Hoffnung, dass damit auch die Eingewöhnung endet, wird erfüllt. Morgens beim Abgeben weint er noch, das endet aber nach 10 Sekunden bereits wieder.

Heute habe ich ihn wieder um 14:00 Uhr abgeholt. Er hat gute 1,5 Stunden geschlafen und hatte den ganzen Tag über super Laune.

Man merkt richtig, wie der kleine Mann nach einigen Wochen richtig gerne in die Kita geht - So viel Aktion und Spaß

Die erste Woche mit Mama

Ab Montag hat Lene den kleinen Mann in die Kita gebracht. Wir wollen noch etwas warten, bis ich es auf dem Weg zur Arbeit mache, denn das würde 07:45 Uhr bedeuten. Da Lene noch etwas mehr als zwei Monate Elternzeit hat, warten wir damit noch etwas.

Ab dieser Woche wird erst mal versucht, die Zeit nach hinten etwas zu verlängern, ihn also nicht direkt nach dem Schlafen abzuholen, sondern noch eine halbe Stunde zu warten. Und auch das klappt erfreulicherweise.

Er weint zwar noch immer beim Abgeben, aber auch in dieser Woche legt sich das schnell, schon nach wenigen Sekunden hört man ihn nicht mehr (Nachtrag: Nach insgesamt 5-6 Wochen hörte auch das Weinen beim Abgeben auf) und Lene kann beruhigt nach Hause.

Mein Fazit zur Eingewöhnung in der Krippe

Ich bin wirklich positiv überrascht, wie gut die Eingewöhnung geklappt hat. In gerade mal drei Wochen hat er sich total an den Kindergarten gewöhnt und freut sich Morgens richtig, wenn es los geht. Er bringt uns mittlerweile sogar am Samstagmorgen seine Schuhe und möchte los, was für uns natürlich ein total tolles Zeichen ist. Er scheint sich wirklich wohl zu fühlen.

Und heute fühlen wir uns in unserem Gefühl aus November und Dezember bestätigt: Er hat so viel Energie, nimmt aktuell total viel wahr und braucht einfach Aktion. Und was gibt es da besseres, als viele Kinder und viel Spielzeug um sich herum zu haben.

Gleichzeitig weiß ich, dass es nicht bei allen Kindern so schnell und problemlos funktioniert. Und sollte das bei dir und deinem Kind auch so sein, akzeptiere es.

Ich bin sehr entspannt an die Eingewöhnung herangegangen und habe früh für mich beschlossen, dass es mir egal ist, wie lange es dauert. Ich hatte ja eingangs schon geschildert, dass er sehr schüchtern ist, weshalb es für mich auch OK gewesen wäre, wenn es sechs oder acht Wochen gedauert hätte. Jedes Kind hat ein anderes Tempo.

Deshalb ist mein ganz simpler Tipp an dich: Bleib entspannt, lass dich nicht stressen, wenn es bei anderen Kindern schneller geht und gib deinem Kind die nötige Zeit. Ich bin sicher, dass auch dein Kind sich bald total wohl fühlen und viel Spaß haben wird 🙂

Merke dir den Beitrag auf Pinterest

Wir glauben, es wird schwer - So lief die Eingewöhnung in der Kita
Papas Tagebuch - So lief unsere Eingewöhnung in der Krippe
Es ist soweit, die Kita Eingewöhnung steht an - So lief es bei uns

Hinterlasse einen Kommentar

Bitte schreibe einen Kommentar!
Bitte gib hier deinen Namen ein.