Unser Familienbett mit Fallgitter

Bevor wir unser erstes Baby bekommen haben, waren wir uns beide einig: Familienbett? Nein Danke! Wir kannten das von vielen befreundeten Familien und fanden die Vorstellung, keine gemeinsame Zweisamkeit mehr zu haben, nicht gut. Unser Plan war einfach: Mit dem Beistellbett anfangen, um das nächtliche Stillen deutlich zu vereinfachen und dann der Wechsel auf das Gitterbettchen in seinem eigenen Babyzimmer.

Aber um es direkt vorwegzunehmen: Wir haben gelernt, dass Pläne/Vorsätze und ein Baby nicht immer zusammenpassen 😉

Unsere Realität

Unsere Realität sieht so aus: Der Kleine wird nun in zwei Wochen schon ein Jahr alt. Seit er sich angefangen hat, vom Rücken auf den Bauch zu drehen, wurde es im Beistellbettchen mit jedem Tag schwieriger. Also sind wir auf das Gitterbettchen gewechselt, das wir mit in unser Schlafzimmer gestellt haben. Da der kleine allerdings sehr unruhig schläft und in einigen Nächten sehr oft an die Brust wollte, war mir das schnell zu unbequem. Ich habe dann angefangen, ihn nach dem ersten Stillen neben mir liegen zu lassen. Und siehe da, er hat so viel besser geschlafen – wenn auch weiterhin mit einigen Unterbrechungen. Vom Durchschlafen sind wir noch immer meilenweit entfernt.

Das Beistellbett stand direkt von Anfang an mit bei uns im Schlafzimmer - So war das Stillen in der Nacht für mich besonders einfach

Zunächst war das für mich nicht nur ungewohnt, sondern auch enorm unbequem. Mein Rücken hat ganz schön gelitten, auch ein Besuch beim Chiropraktiker hat nur kurzfristig geholfen.

Man nimmt einfach automatisch eine Position ein, die für das Baby die bequemste zu sein scheint und nachts drückt man seine Brust in die Richtung, damit der kleine Wurm nicht zu lange sucht und davon vielleicht noch wach wird.

Man gewöhnt sich an alles – gerade als Mutter

Aber ich habe mich daran gewöhnt und siehe da, es gefällt mir mittlerweile sogar, unseren kleinen Schatz so dicht bei mir zu haben. Auch wenn einige Nächte schlimm sind, weil er so unruhig schläft und sich dabei hin und her dreht/wirft. Besonders doll war dies, bevor er seine ersten Schritten gemacht hat. Und jetzt wieder, als die Zähne angefangen haben durch zu brechen.

In den ersten Monaten hat unser kleiner Wurm immer im Beistellbett direkt neben unserem Bett im Schlafzimmer geschlafen

Aber ich bin gelassener geworden, kann mit weniger Schlaf auskommen und genieße es neben ihm aufzuwachen und zuzuschauen, wie er mit der Zeit immer länger braucht, um seine Augen zu öffnen (ganz der Papa).

Wir haben also wirklich komplett gegen unseren Vorsatz „verstoßen“, sind eingeknickt und dennoch beide damit glücklich. Man ändert seine Sichtweise und bringt Verständnis auf für Dinge, die man vorher nicht mal erahnt hätte.

So schlafen wir aktuell

Der kleine Mann schläft aktuell zwischen 19 und 20 Uhr ein. Wahlweise beim Stillen, Tragen oder in der Federwiege – nur ganz alleine, das klappt bisher überhaupt nicht. Wenn er tief genug schläft, legen wir ihn dann in sein Gitterbett in unserem Schlafzimmer. Wenn wir ins Bett gehen, nehmen wir ihn mittlerweile direkt in unsere Mitte, damit ich beim ersten Hunger nicht aufstehen muss – oder noch schlimmer: Es nicht sofort mitbekomme und er wach wird (und zum Teil für mehrere Stunden bleibt).

Nach dem Stillen lege ich ihn auf die andere Seite neben mir, diese haben wir mit einem Fallschutzgitter abgesichert, so kann er auch nicht herausfallen. Morgens stehen wir gemeinsam auf, in der Regel gegen sechs Uhr. Nur wenn unser kleiner Zwerg den Zeitpunkt mal wieder selber bestimmt und es gerne mal erst 4:45 Uhr ist, bleibe ich liegen und Christian steht mit ihm auf. Wenn sowas vorkommt, wird er nach 30 bis 45 Minuten spielen nämlich wieder so müde, dass er dann noch mal ein bis zwei Stunden in der Federwiege schläft. Das ist dann meine Erholung 😉

In unser Schlafzimmer ist ein Baby eingezogen - und das sieht man auch ;-)

Warum machen wir das?

Nun, mal abgesehen davon, dass es für mich etwas bequemer ist, wenn ich nachts nicht drei bis vier Mal aufstehen muss, stellen wir grundsätzlich das Wohl unseres kleinen Zwerges über unseres! Und in der heutigen Zeit ist bekannt, dass körperliche Nähe für Babys und Kleinkinder unverzichtbar und somit essentiell ist. Wir geben unserem Baby sehr gerne die körperliche Nähe, diese bekommt er beim Stillen, beim Vorlesen, beim Kuscheln.

Und wider Erwarten finde ich es mittlerweile auch einfach schön gemütlich, zusammen im gleichen Bett zu liegen – auch wenn ich die Zeit vermisse, in der wir Abends mit TV gemütlich im Bett gelegen haben und auf nichts und niemanden Rücksicht nehmen mussten 😉

Spannend ist, wie die Familie auf das Stillen nach den sechs Monaten und das Schlafen bei uns im Bett reagieren. Es kommt nämlich immer wieder die Frage, wie lange wir das „so“ noch praktizieren wollen. Da die ersten Zähnchen nun auch langsam durchkommen, wird sich das Stillen wohl von alleine legen. Denn tagsüber bekommt er schon fließig Brei, so dass sich das Thema wohl irgendwann erledigt. Und mit dem Schlafen im Bett? Nun ja, sobald er ruhiger bzw. durchschläft (Oh Gott, wäre das toll!), werden wir ihn abends nicht mehr mit ins Bett nehmen, damit er sich an das alleinige Schlafen gewöhnt.

Soweit der Plan. Wir werden sehen, ob wenigstens dieser aufgeht 😉

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