Frauenarzt während der Schwangerschaft wechseln - Meine Erfahrungen

Vielleicht hast du ja selber bereits schlechte Erfahrungen bei deinem Frauenarzt gemacht, fühlst dich schlecht betreut und bist mit den Leistungen nicht zufrieden.

In meiner Schwangerschaft hatte ich eine ganz furchtbare Frauenärztin. Ich hatte die Ärztin bereits kurz vor der Schwangerschaft nach unserem Umzug in einen anderen Stadtteil kennengelernt und Ihre sehr unterkühlte Art einfach so hingenommen. Ich meine, viel Zeit verbringt man ja auch nicht in der Praxis. In der Schwangerschaft störte mich ihre Art und das Leistungspaket dann allerdings mit jedem Termin mehr und ich fühlte mich weder ernst genommen, noch gut betreut.

Hinzu kam, dass in dieser Praxis ALLES abgerechnet wurde. Grundsätzlich war ich mit diesem Punkt anfangs einverstanden und hatte auch mit Christian im Vorfeld vereinbart, dass wir bereit sind für zusätzliche Leistungen und außerhalb der 3 festgelegten Screenings (Kassenleistung) weitere Ultraschalluntersuchungen privat zu bezahlen.

Warum ich meinen Frauenarzt während meiner Schwangerschaft gewechselt habe

Der Grund für meinen Wunsch nach einem anderen Arzt war der „magische Moment“ der Bekanntgabe, ob es ein Junge oder Mädchen wird. Sie fragte uns, ob wir lieber einen Jungen oder lieber ein Mädchen möchten. Nachdem ich ihr sagte, dass ein Mädchen ganz toll wäre, antwortete sie nur: „Tja, dann müssen Sie es noch mal versuchen“.

Und mit diesen liebenswürdigen Worten war dann klar, dass wir einen Jungen bekommen (Den ich heute abgöttisch liebe und total froh bin, dass er da ist!). Es war weder magisch, noch von Freude geprägt. Die Ärztin war so emphatisch wie ein Kartoffelsack und nahm uns alle Faszination und machte den Moment einfach kaputt.

Weiterhin führte sie zwar den mit Spannung erwarteten und von der Krankenkasse bezahlten Ultraschall fachlich kompetent durch, allerdings untersuchte sie „nur“ die Organe. Weder erklärte sie etwas, noch konnte man das kleine Wesen als solches erkennen. Ein Bild gab es auch nicht. Abfotografieren mit dem Handy war auch streng verboten. Ich fühlte mich unwohl, war extrem enttäuscht und wollte einfach nur weg von dieser Ärztin.

Für mich war der Arztwechsel die richtige Entscheidung

Der Zeitpunkt, den Frauenarzt zu wechseln, hätte nicht besser sein können. Zum Quartalswechsel konnte ich bei meinem früheren Frauenarzt einen kurzfristigen Termin bekommen und nahm dafür die längere Fahrt gerne in Kauf.

Erst jetzt merkte ich, wie sehr mich die Situation zuvor belastet hatte und wie viel Druck und Unzufriedenheit mit einem Mal von mir abfiel. Und dass es die richtige Entscheidung war, konnte ich beim ersten Termin sofort erleben. Denn der Arzt nahm sich viel Zeit und wollte sich erst einmal einen Überblick verschaffen, indem er das zweite große Screening noch einmal komplett und sehr ausführlich durchführte und mir Bilder ausdruckte, die ich mitnehmen konnte, um sie meinem Mann zu zeigen.

Er zeigte mir sehr viel und erklärte ausführlich was er sehen konnte und wie gut alles entwickelt sei. Ein wirklich gutes Gefühl und ein so großer Unterschied zur vorherigen Praxis.

Ist ein Arztwechseln während der Schwangerschaft problemlos möglich?

Wie ich mittlerweile weiß: Man kann den Frauenarzt in der Schwangerschaft ohne Probleme wechseln. Dies sollte allerdings zum Quartalswechsel geschehen, da nur ein Arzt mit der Krankenkasse die Leistungen in dem jeweiligen Quartal abrechnen kann. Solltest Du unbedingt sofort wechseln wollen, kann es sein, dass du die Kosten selber tragen musst. Wieviel dies ist, weiß ich nicht, ich habe mal eine Zahl von rund 120,00 Euro gelesen. Ob diese so stimmt, solltest du im Zweifel bei deiner Krankenkasse erfragen.

Viel schwieriger ist es, so kurzfristig einen Termin bei einem anderen Frauenarzt zu bekommen. Hier bei uns im Hamburger Raum wartet man auf einen Termin zur Krebsvorsorge teilweise acht Monate. Ob es als neue Patientin einfach ist, für die Schwangerschaftsvorsorge einen kurzfristigen Termin zu bekommen, kann ich nicht beurteilen.

Ich kann nur empfehlen: Wenn du dich bei deinem Arzt wirklich unwohl fühlst, dann trau dich und versuche einfach, einen Termin bei einem anderen Arzt zu machen. Ich habe diese Entscheidung zu keiner Sekunde bereut, auch wenn sich der Weg zur Praxis statt 10 Minuten dann auf 30 Minuten mehr als verdoppelt hat. Ich wäre auch eine Stunde gefahren!

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Warum ich meinen Frauenarzt während meiner Schwangerschaft gewechselt habe
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10 KOMMENTARE

  1. Hallo Lene,
    Ich kann deine Entscheidung sehr gut nachvollziehen, denn ich habe auch in der ersten Schwangerschaft den FA gewechselt – und es war die beste Entscheidung, die wir treffen konnten. Bei uns fing es allerdings mit einer langen Anfahrt an, dazu kamen lange Wartezeiten trotz Termin und unser magischer Moment des „sie sind schwanger“ blieb (trotz positiven Test) aus. Als sie uns dann noch bzgl der Termine nicht entgegenkam, habe ich nachmittags direkt telefonisch einen neuen Arzt gesucht.
    Alle die sich auch unwohl und schlecht betreut fühlen, sollten das ernst nehmen und eine Wechsel in Betracht ziehen!

    Liebe Grüße
    Hanna

    • Hallo Hanna,
      es ist wirklich wichtig, dass man sich wohl fühlt, gerade bei so vielen Terminen. Ich habe einen deutlich längeren Weg in Kauf genommen und war mit der Entscheidung so glücklich. Und das mit den langen Wartezeiten kenne ich, das war echt krass, trotz Terminen. Mein Mann war zu 2 Terminen mit und war auch völlig entsetzt wie man so schlecht planen kann. Ich habe nach 2 der Termine echt Tränen vergossen, weil ich mich so unwohl gefühlt habe. Ich drücke allen die Daumen einen anderen Arzt zu finden, der auch spontan Patienten aufnimmt.
      Liebe Grüße
      Lene

  2. Hallo Lene,
    das man sich wohlfühlt ist so wichtig!
    Ich habe nicht in der Schwangerschaft, aber jetzt zur zweiten Schwangerschaft gewechselt.
    In der Schwangerschaft selber ging es an sich, aber sonst war sie so kühl und nur eben Zack, zack.
    Bei der neuen Ärtzin fühle ich mich so viel wohler, vor allem weil aktuell nicht alles rund läuft – aber ich merke, dass ich ernst genommen und sich Zeit genommen wird.
    Es geht – aber leider nicht bei allen.
    Liebe Grüße
    Sarah

    • Liebe Sarah,
      ich habe noch nie ein und den selben Arzt in so wenigen Monaten so oft gesehen… Also ist es wirklich wichtig, dass man sich wohl fühlt. Die Ärztin von der ich weg bin, war auch in Ihrer unterkühlten Art kaum zu übertreffen. Abends bietet sie Botox Partys an 😉 das passte total zum Rest…
      Liebe Grüße
      Lene

  3. Hallo ihr lieben,
    Wie wäre es denn mit einer Hebamme zur Vorsorge? Die hat wesentlich mehr Zeit, kommt nach Hause (sofern sie keine Praxis hat) und kann trotzdem alles bestimmen, was nötig ist. Klar, einen Ultraschall kann sie nicht machen, aber ob das immer das wichtigste ist, bleibt meiner Meinung nach fraglich.
    Lieben Gruß,
    Lulu

    • Hallo Lulu,
      ich finde deinen Hinweis super! Ich hatte leider das Problem, dass ich zu spät dran war und meine erst gegen Ende der Schwangerschaft durch Zufall gefunden habe, leider! Es ist ja bekannt, dass es einen großen Mangel an Hebammen in Deutschland gibt. Man sollte in diesem Fall also wirklich sehr früh dran sein, wenn man sich eine Hebamme sucht.
      Und dennoch ersetzt diese natürlich nicht den Arzt. Alleine der Moment wo einem das Geschlecht mitgeteilt wird, wenn man das denn möchte, kann beim Arzt so oder so mitgeteilt werden. Meine Ärztin war so unterkühlt und mich hat es vor der Schwangerschaft nicht gestört, das hat sich dann geändert…
      Viele Grüße
      Lene

  4. Hallo, ich habe meinen FA auch während der SS gewechselt. Der eigentliche Grund war mein Umzug (hätte 30 Minuten fahren müssen). Hatte aber auch das Gefühl, dass er alles sehr locker sieht. Z.B. hatte ich von anfang an eine Blasenentzündung, da wurde sich nie drum gekümmert. Auch die Ultraschall Untersuchungen gingen immer sehr schnell.
    Ich habe aber während dem Quartal gewechselt, meine neue FA meinte nur kurz dass sie jetzt halt umsonst arbeitet, aber zahlen musste ich nichts.
    Bin froh gewechselt zu haben, ich fühle mich in der neuen Praxis viel besser aufgehoben.

    • Hallo Vanessa,
      ich habe die 30 Minuten Fahrt in Kauf genommen, bei mir war es sozusagen andersherum… Meine Ultraschall Untersuchungen bei der Ärztin waren echt ernüchternd. Es gibt nur die 3 von der Kasse gezahlten Trimester Screenings und alle anderen nur gegen Aufpreis. Bei dem 2. Ultraschall, dem ersten nach der Nackenfaltenmessung gab es kein Bild für mich, es wurden nur die Organe überprüft und ich erhielt die Aussage, es sei doch kein Baby-TV, dazu müsste ich den 3-D Ultraschall buchen…
      Ein Glück für dich, dass du so unkompliziert wechseln konntest… das machen vermutlich nicht viele Ärzte mit.
      Liebe Grüße
      Lene

  5. Hallo ihr,
    ehrlich gesagt, bin ich total froh, dass ich diesen Eintrag gefunden habe. Ich habe nämlich auch meine FA gewechselt und erst ein schlechtes Gewissen gehabt. Ich litt unter sehr starker Schwangerschaftsübelkeit und bat die FA um Hilfe, weil ich eigentlich nichts mehr bei mir behalten konnte und mehrmals am Tag / Nacht erbrochen habe. In der Zeit habe ich auch stark abgenommen. Die FA sagte zu mir, dass das daher komme, dass die Schwangerschaft überraschend gekommen sei (stimmt nicht, war wohl geplant!) und ich einfach ein psychisches Problem hätte und innerlich die Schwangerschaft ablehnen würde. Sie wollte mich tatsächlich in die Psychatrie einweisen! Ich habe mich gewehrt, bin zu meinem Hausarzt gegangen, der eine Magenschleimhautentzündung festgestellt hat, mir etwas dagegen verschrieben hat und habe dann den Arzt gewechselt. Ehrlich gesagt, sitzt der Schock immernoch tief und ich bin entsetzt, dass sich so jemand überhaupt Arzt nennen darf. Zum Glück habe ich nun einen neuen Arzt der sehr nett ist, auf meine Fragen eingeht und mich nicht für psychisch gestört hält, weil ich knapp drei Monate erbrochen habe.

    • Liebe Bine,
      ich bin nachhaltig entsetzt! Wenn jemand einen Grund hatte den Frauenarzt während der Schwangerschaft zu wechseln, dann wohl du! Was für eine furchtbare Ärztin! Und ich hatte auch bei meiner den Eindruck, dass diese ausschließlich für die Gebärmutter und Eierstöcke verantwortlich sein wollen und keinen Blick über diesen Tellerrand werfen. Dabei ist ja gerade eine Schwangerschaft so unglaublich vielfältig, wenn es um die Auswirkungen auf alle Organe des Körpers geht. Und eine Magenschleimhautentzündung ist so verdammt unangenehm. Ich hoffe sehr, so etwas passiert dir wirklich NIE wieder!
      Liebe Grüße
      Lene

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