Stillen und Zufüttern mit Pre-Nahrung
(Symbolbild) Stillen und Zufüttern mit Pre-Nahrung / ©Petunyia - depositphotos.com

Für mich war schon während der Schwangerschaft klar, dass ich auf jeden Fall Stillen möchte. Nur ist es „blöderweise“ so, dass der Milcheinschuss ja nicht direkt ab Geburt da ist – zumindest bei mir nicht. Bei unserem Kleinen war es dann auch noch so, dass er die ersten zwei Tage nach der Geburt zur Beobachtung auf der Station war. Wir waren zwar ständig bei ihm und haben ihn auch alle drei Stunden zum Stillen angelegt, aber da kam natürlich noch nicht wirklich was, weshalb er auf der Station zusätzlich Pre-Nahrung erhalten hat.

Nachdem er dann zu uns in das Familienzimmer gekommen ist, kam sie: Die erste gemeinsame Nacht. Und es kam, wie es kommen musste. In der ersten Nacht bei uns im Zimmer war er extrem unruhig, hat angefangen zu schreien und sich dann auch richtig eingeschrien. Vermutlich eine Mischung aus Hunger und „alles ist neu“, schließlich war es ja die erste Nacht.

Die erste Nacht ohne Pre-Nahrung

Wir haben alles versucht, was wir vorher als Tipp bekamen. Ganz viel Kuscheln, an der Brust anlegen, Schaukeln und Wippen, Umherlaufen, und und und – es half alles nichts. Wir haben dann eine Schwester gebeten, uns Pre-Nahrung fertig zu machen, damit wir Zufüttern können. Und die Antwort: „Das machen wir hier nicht, um die Stillbeziehung zwischen Mutter und Kind zu fördern.“ Das erschien uns zwar irgendwie logisch, aber man stelle sich die Situation Nachts um zwei Uhr vor. Das Kind schreit seit über 90 Minuten und man hat genau drei Lösungsmöglichkeiten:

  • Stillen (nur das nach zwei Tagen noch nicht wirklich Muttermilch kommt)
  • Pre Nahrung (wollten die Schwestern auch nicht, das Kind soll sich an die Brust gewöhnen)
  • Schreien lassen und mit Körperkontakt beruhigen (versuchten wir ja erst 90 Minuten…)

Nachdem der kleine Wurm dann eine weitere halbe Stunde nur geschrien hat, haben wir eine Nachtschwester ziemlich bestimmt „gefragt“, ob wir doch bitte Pre Nahrung bekommen. Und dann kamen die Fragen wieder: „Haben Sie schon angelegt? Haben Sie es mit Kuscheln versucht?“. Oh je, wir versuchen hier seit zwei Stunden nichts anderes, jetzt gib uns die Milch bitte. Und 20 Minuten später war dann endlich Ruhe und der kleine Wurm zufrieden und satt.

„Gib dem Kind, was es braucht!“

Einen Tag später sind wir dann nach Hause und die Verzweiflung kam. Was dürfen wir denn jetzt? Können wir Stillen und zufüttern mit Pre-Nahrung? Dürfen wir den – wie wir gemerkt haben bei den Schwestern ebenfalls sehr unbeliebten – Schnuller verwenden? Wie sollen wir die ersten Nächte überhaupt überstehen? Zuhause angekommen war die erste Nacht das gleiche „Theater“, wie in der Nacht im Krankenhaus. Wenn es viel ist, haben wir eine Stunde geschlafen. Am nächsten Tag kam Nachmittags unsere Hebamme das erste Mal zu Besuch, um uns zu unterstützen und Fragen zu beantworten. Und natürlich wollten wir wissen, wie wir mit der Situation umgehen sollen. Einfach schreien lassen und abwarten?

Und Ihre Aussage war das krasse Gegenteil von den Schwestern im Krankenhaus. Ihre schlichte Aussage: „Gib dem Kind, was es braucht.“ Und wenn es Hunger hat und aus der Brust noch nichts rauskommt, dann kann natürlich mit Pre-Nahrung zugefüttert werden. Es ist nur wichtig, die Geduld aufzubringen, und das Anlegen jedes Mal zu versuchen. Und das ist wichtig, hier muss man wirklich konsequent sein und es immer wieder versuchen, auch wenn das Baby unruhig wird und es noch nicht so richtig klappen will. Häufig reichen dem Neugeborenen am Anfang ein paar wenige Tropfen. Und sollte er doch noch Hunger haben, dann wird eben mit Pre-Nahrung zugefüttert. Und durch diese „Erlaubnis“ war plötzlich die ganze Anspannung auf einen Schlag weg.

Milchproduktion mit Milchpumpe anregen

Stillen und Zufüttern mit Pre Nahrung - Milchproduktion anregen mit einer Milchpumpe
(Symbolbild) Stillen und zufüttern mit Pre-Nahrung – Milchproduktion mit einer Milchpumpe anregen / ©dml5050 – depositphotos.com

Der kleine Wurm ist zu diesem Zeitpunkt fünf Tage alt und auch der Milcheinschuss ist da. Mittlerweile kommt bei jedem Anlegen etwas Milch. Um die Milchproduktion anzuregen, habe ich parallel mit einer Milchpumpe abgepumpt, wenn der kleine Mann nicht fleißig genug war. Das heißt, dass ich versucht habe, ihn wie empfohlen an jede Brust etwa 20 Minuten anzulegen, aber das funktioniert in der Praxis nun mal nicht immer. Unser Sohn ist häufig eingeschlafen, ihn dann wieder wachzubekommen, hat nicht wirklich geklappt. Man kann versuchen, ihn hinterm Ohr zu streicheln, das hat bei uns aber auch nur für 30 Sekunden geholfen 😉

Deshalb habe ich dann nach dem Anlegen die Milchpumpe verwendet, um die Milchproduktion anzuregen. Das war in den ersten Tagen der Anwendung auch ziemlich nervig, weil Christian dann die zuvor abgepumpte Milch gefüttert hat, während ich schon wieder gepumpt habe. Das führt dazu, dass die ersten zwei Tage ein Fulltime-Job waren. Denn zum Abpumpen gehört ja auch immer sauber machen und Desinfizieren. Aber es hat geholfen, wir haben in den ersten zwei Wochen tatsächlich nur ein einziges Mal Pre-Nahrung zufüttern müssen. Ob das an der Entspannung durch die Erlaubnis lag? Vielleicht, denn dadurch ist wirklich extrem viel Last abgefallen.

Ich pumpe weiterhin ab und zu mal ab, vor allem dann, wenn ich unterwegs bin. Dann hat Christian Muttermilch, die er für den kleinen Wurm im Flaschenwärmer warm machen kann. Und wenn mal keine da sein sollte, kann er ja die Pre-Nahrung verwenden 🙂

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Stillen und zufüttern mit Pre-Nahrung – Ein Erfahrungsbericht
Wenn die Brust nicht ausreicht - Mit Pre-Nahrung zufüttern
Wenn Stillen nicht ausreicht - Zufüttern durch Pre-Nahrung

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