Zweites Kind - Ja, Nein, Vielleicht

Vor der ersten Schwangerschaft waren wir noch etwas unsicher, nach der Geburt waren wir uns aber relativ sicher, dass wir nur ein Kind haben möchten. Die ersten Monate waren echt eine Herausforderung für uns Beide. Wir lieben unseren Wurm über alles, aber Du kennst das Gefühl bestimmt auch: Alles ist plötzlich anders, man kann nicht mehr so richtig spontan sein, es gibt keinen Serienmarathon am Wochenende mehr und wir wurden jeden (!) Morgen vor 6 Uhr geweckt. Doch verrückterweise kommt irgendwann der Moment, wo all das plötzlich in den Hintergrund rückt und man sich doch Gedanken über ein zweites Kind macht.

Ich kann es manchmal selbst kaum glauben, wie sich die Perspektive von „heute auf morgen“ ändern kann. Noch vor wenigen Monaten fühlte ich mich zeitweise überfordert mit einem Kind, der kleine Zwerg ist mittlerweile 21 Monate alt und ich habe eigentlich nie Zeit für mich. Hinzu kommt noch der aktuelle Zustand, dass durch Corona die Kita geschlossen ist und wir nach nur 3 Monaten Kita nun doch wieder den ganzen Tag Zuhause sind.

Plötzlich sieht man die Welt mit anderen Augen

Der Zwerg hat nach knapp sechs Wochen Corona-Isolation zuhause endlich angefangen, selbstständig zu spielen. Das klingt zwar komisch, aber durch die Kita und die anschließende Isolation war er sehr anhänglich. Dass er sich dann plötzlich eine halbe Stunde am Stück ganz alleine beschäftigt hat, war eine riesengroße Erleichterung. Plötzlich konnte ich Zeit außerhalb der Schlafslots nutzen und zum Beispiel in unserer offenen Küche Essen zubereiten, Kuchen backen oder einfach mal einen Kaffee trinken, während der Zwerg gespielt hat.

Und mit dieser neuen „Freiheit“ hat sich plötzlich der Wunsch nach einem Geschwisterkind eingeschlichen – wie aus dem Nichts! Plötzlich sind alle Strapazen aus der ersten Schwangerschaft und die kräftezehrende Geburt so stark verblasst, dass nichts mehr gegen ein weiteres Kind spricht. Es ist schon sehr verrückt, wie die Natur das eingerichtet hat…

Jedes Mal, wenn ich Kleidung oder Spielzeug aussortiere, schleicht sich zaghaft der Gedanke „das kann es doch nicht gewesen sein, alle diese tollen und fast neuen Dinge müssen doch unbedingt noch einmal verwendet werden“ an die Oberfläche. Und nun sind wir beide soweit – irgendwie kann es losgehen und wir beschließen die Verhütung auszusetzen und zu schauen, was passiert.

Wir sind bereit für ein zweites Kind

Ich bin von mir selbst total überrascht – ich habe und sehe mich nach wie vor nicht als der „Mutti-Typ“ und habe auch während meiner Elternzeit, die wir ja frühzeitig auf 20 Monate verlängert haben, immer nebenbei von Zuhause gearbeitet.

Mit Elterngeld PLUS konnte ich nebenher arbeiten, etwas dazuverdienen und habe an meiner Selbstständigkeit gearbeitet. Und auch wenn es mit Corona, meinem Teilzeitjob und der Selbstständigkeit immer viel zu tun gibt, fühle ich mich nun bereit für ein weiteres Kind.

Zweites Kind - Wie aus einem "Niemals" ein "Wollen wir nicht doch?" wurde

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